Der Umkreis / "Ostfriesische Halbinsel"

In dieser Rubrik findet sich eine Auflistung verschiedener Bunkerbauten aus dem ostfriesischen Raum zwischen Emden und Wilhelmshaven. Sicherlich ist diese Auflistung nicht vollständig. Es wird versucht, mit der Zeit der Vollständigkeit um einige Schritte näher zu kommen...

 

Die so genannte Ostfriesische Halbinsel, das Gebiet zwischen Emden und Wilhelmshaven, weist eine für den ländlichen Bereich Deutschlands erhöhte Anzahl kleinerer Luftschutzanlagen auf. Im Krieg war dieser Bereich erhöht luftgefährdet durch die Tatsache, dass die alliierten Bomberströme aus Westen den Bereich überflogen um nach Emden Wilhelmshaven, Wesermünde (das heutige Bremerhaven), sowie Bremen und Hamburg anzugreifen. Die beiden großen Fliegerhorste Wittmundhafen und Upjever trugen ebenfalls ihren "Beitrag" zur Luftgefährdung des Gebietes.

Die ländlichen Siedlungen und kleinen Ortschaften, beziehungsweise einige Kleinstädte (Varel, Jever, Wittmund, Aurich, Leer), waren in ersten Auflistungen der 1930er Jahre und in Folge des Ende 1940 aufgestellten "Sofortprogrammes" zum Bau von bombensicheren Luftschutzanlagen in deutschen Städten jedoch lediglich als luftgefährdete Ortschaften dritter Ordnung (bzw. Grades / Ranges) eingestuft worden. Der Wilhelmshaven westlich umgebende Landkreis Friesland war ebenfalls dem dritten Grad zugeteilt. Für diesen Landkreis und andere Ortschaften / Kreise der Ostfriesischen Halbinsel griff die Zuständigkeit des "Sofortprogrammes" erst im Februar 1943 nach den vorangegangenen verheerenden Luftangriffen mit einer seltenen Sonderregelung. Trotz dieser Regelung hieß es im Falle Frieslands und der anderen Kreise der Halbinsel jedoch weiterhin: Bombensicherer Bunkerbau im Bereich des Selbstschutzes entfiel. Um der Bevölkerung aber trotzdem Schutzmöglichkeiten zu schaffen, wurde der Bau einer Vielzahl splitter- und trümmersicherer Erdbunker, betonierter Deckungsgräben und anderer Kleinbauten veranlasst. Vorhandene Keller wurden zu Luftschutzkellern ausgebaut.

Machte sich eine Dorfgemeinschaft oder auch eine einzelne Familie daran, auf ihrem Gehöft oder in ihrer Ortschaft ein Luftschutzbauwerk zu errichten, wurde diese Maßnahme meist so gut wie eben möglich vom Staat gefördert. Diese Tatsache soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass es an vielem fehlte, besonders in späteren Tagen an Baumaterial. Der vermeintliche Schutz des Landes sollte sich spätestens nach dem sinnlosen Bombenangriff auf Esens als Trugschluss erweisen.

In späten Kriegstagen luden die Bomberverbände zudem immer häufiger ihre überschüssige Bombenlast wahllos über dem Land ab. Ab Anfang 1945 drangen Tiefflieger auch bis in die Ortschaften des südlichen Frieslands vor. Teilen der Wilhelmshavener Bevölkerung, welche in den letzten Kriegstagen in die Nähe von Marcardsmoor im Kreis Wittmund evakuiert wurde, sind diese oft völlig überraschenden Angriffe in schmerzhafter Erinnerung geblieben.

 

Beispiele Stand: 09 / 16

Mellum, Flakbatterie, schwere Flak und Seezielbatterie Schwere Flakstellung, vier Geschützbunker oberirdisch, ein Leitbunker annähernd mittig zu Geschützbunkern, ein Munitionsbunker, ein Maschinenbunker, ein "Wasserbunker", ein Feuerlöschteich Marineflakbrigade

Accum, Hochbunker, "NATO-Bunker" (GSVBw) Hochbunker, zwei Lüftungstürme, mit Erde überschüttet / angeböscht

Schortens (Heidmühle), Bahnhofstraße A, tom-Brok-Straße Ecke Bahnhofstraße, nordöstlich, Gründstück Sievers oder Karl Gerhäuser ?, betonierter Deckungsgraben Betonierter Deckungsgraben (abgerissen am 7. und 8. September 2016)

Zeteler Marsch 1, Beobachtungskubus Beobachtungskubus (Einmann) / oder eventuell Kabelbrunnen

Schweinebrück, am alten Bahnhof, betonierter Röhrendeckungsgraben Röhrenbunker, betonierter Deckungsgraben Reichsbahn

Genauer Standort unbekannt, Altgödens, Bunker 1, Erdbunker Erdbunker, gemauert

Genauer Standort unbekannt, Altgödens, Bunker 2, Erdbunker Erdbunker, betoniert, Wände und Decke 80 cm dick

Genauer Standort unbekannt, Altgödens, Bunker 3, Erdbunker Erdbunker, gemauert, mit Fenster (Notausstieg / ursprünglich mit Stahlklappe verschlossen)

Am Friedeburger Tief, von Altgödens Richtung Etzel, Splitterschutzzelle Splitterschutzzelle

Zwei verbunkerte Scheinwerferstandtürme Sandkuhlenweg / Am Brink nahe Horsten, ehemals zugehörig zur Flakbatterie Hohemey, östlich der B 436 Scheinwerferstandtürme / Scheinwerferstandstellung Kriegsmarine / Marineflakbrigade

Meedengroden nördlich von Rotenhahn, bei Langendamm, westlich im kleinen Waldstück, Infanteriewerk Verbunkerungen

Hage-Berum an der K 204, Ecke Friesenstraße (Kindergarten / Schule), betonierter Deckungsgraben Betonierter Deckungsgraben

Hage, Trafobunker und Nebenanlagen Trafo-Bunker und Nebenanlagen, ehemals "Einsatzhafen Hage" Luftwaffe

Hage-Lütetsburg, betonierter Deckungsgraben Betonierter Deckungsgraben

Dornum, Nähe Sportplatz, betonierter Deckungsgraben Betonierter Deckungsgraben

Stadt Aurich, Südeweg Ecke Robert-Koch-Straße, nördlich im Waldstück, rechteckiger Kleinbunker Kleinbunker Wehrmacht

Stadt Aurich, Südeweg Ecke Robert-Koch-Straße, nördlich im Waldstück, kleiner Rundbunker 1 Kleiner Rundbunker Wehrmacht

Stadt Aurich, Südeweg Ecke Robert-Koch-Straße, nördlich im Waldstück, kleiner Rundbunker 2 Kleiner Rundbunker Wehrmacht

Stadt Aurich, Südeweg Ecke Robert-Koch-Straße, nördlich im Waldstück, kleiner Rundbunker 3 Kleiner Rundbunker Wehrmacht

 

TABELLE

 

GALERIE

 

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Auch die Stadt Emden besitzt noch heute eine große Anzahl von Luftschutzanlagen:

Hier einige besonders markante Bauten.

 

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